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Archive für 30.8.2008
Die neuen Konflikte der Wissensgesellschaft
30.8.2008 von Tomas Bohinc.
Wissen und Fähigkeiten werden immer wichtiger. Wissen entwickelt ist eine Produktionsfaktor. Damit erhält der Spruch „Wissen ist Macht“ eine neue Bedeutung. Das Wissen von Experten entscheidet mehr und mehr über den unternehmerischen Erfolg und Experten erhalten dadurch auch eine Machtstellung neben der Führung in Unternehmen.
Und das sind die Konflikte neuen Typs:
- Spezialisten versus Führungskräfte: Durch die ständige Spezialisierung sind Führungskräfte immer mehr auf das Wissen ihrer Experten angewiesen. Führungsinteressen können nicht mehr mit Macht durchgesetzt werden, da die Führungskraft nicht mehr alleine die Konsequenzen des Handels überblickt. Damit erhalten die Spezialisten im Unternehmen eine neue Macht Ihre Interessen auch wirksam durchzusetzen. Dass dieser Konflikt auch gesellschaftliche Dimensionen annehmen kann zeigen die Streiks von Fluglosten, Ärzten und Lokführern.
- Spitzenexperte versus Normalexperte: Experte ist nicht Experte. Zwischen Top-Experten, die zu Aushängeschildern der Unternehmen werden gibt es die große Zahl der Experten, die die Arbeit des Unternehmenserledigen. Während der Spitzenexperte eine exponierte Stellung erhält wird der normale Experte nur wenig in seiner Expertise wertgeschätzt.
- Virtuelle Kommunikation erhöht das Aggresionspotential: Direkte Kommunikationsformen nehmen ab. E-mails und Telefon ersetzen der zwischenmenschlichen Kontakt. Diese Form von Kommunikation ist anstregend und lässt wenig Raum für zwischenmenschlichen Kontakt, Betätigung und Nähe. Während es durch die verkürzte Kommunikation zu mehr Missverständnissen kommt gibt es immer weniger Raum, Vertrauen und Verständnis zu schaffen, um Konflikten vorzubeugen.
- Wissen veraltet: Up to date zu sein wird immer wichtiger. Mitarbeiter, die nicht auf der Höhe der Arbeitsstandards sind geraten in Gefahr ausgegrenzt zu werden. Damit entsteht ein Konfliktpotential, das oft an ganz anderen Stellen ausbricht.
- Flexibilisierung der Arbeitszeit versus Anwesenheitszeiten: Die Flexibilität von Arbeitszeit und Arbeitsort führt dazu, dass Führungskräfte die Arbeitserledigung nicht mehr über die Anwesenheit der Mitarbeiter kontrollieren können. Wenn dann die Arbeitsergebnisse nicht stimmen, kommt zu Mistrauen, ob die Freiheit der Arbeitsgestaltung nicht ausgenutzt wird.
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